Heute, am Rosenmontag, ist Grabesstille in Esmoraca, man besucht tanzend mit Trommeln die umliegenden Dörfer und es beginnt schon wieder zu donnern, allerdings noch in der Ferne. Also gleich raus und schauen, wo es schwarz ist, dann vor dem Gewitter Antennenstecker ziehen. Besonders wenn es brenzlig wird, verschwinden die Vögel im Pfarrgarten, derweil die Stubenfliegen verrückt spielen. Mitten in der Regenzeit ist der Blitzeinschlag oft ohne grosse Vorwarnung da.
Faschingssonntag:
Bevor Karneval gefeiert wird, muss in einem frommen Haus natürlich gebetet werden, und so wurde am Karnevalssonntag erst einmal zum
Gottesdienst geläutet, danach ging es dann aber mit dem Weltlichen weiter. Die Mitarbeiter in der Pfarrei, ob alt oder jung, waren zur traditionellen “wathia”, dem Saubohnenessen, eingeladen worden.
In der Küche wurden Hähnchen gegrillt und im Pfarrhof das Erdloch für die Zubereitung der Saubohnen geöffnet. Brennholz wird zu glühender Holzkohle verbrannt, dann kommen die Saubohnen sowie Kartoffeln darauf, mit Salz und heisen Steinen. Und letzt endlich wird das Loch mit Wellblech abgedeckt, auf welches nasse Lumpen gelegt und Erde geschüttet wird. Dann gilt es zwei Stunden zu warten. Diese Zeit überbrückten wir mit dem Aperitiv, also Wein aus Chile. Den hatte Don Noel aus Llica mitgebracht, wo er für ein paar Tage seine Familie besucht hatte. Die Kinder vertrieben sich die Zeit bis zum Festmahl mit Sprühdosen und wassergefüllten Luftballons. Das Festmahl verlief dann sehr harmonisch. Versteht sich, dass in einem Pfarrhaus nur moderat “gebechert” wird. http://de.wikipedia.org/wiki/Ackerbohne
Am Abend kamen vom fünf km entfernten Wassersammelbecken mit Trommeln tanzende Jugendliche zurück. Diese setzten ihre Tour dann trotz strömenden Regens zu den umliegenden Dörfern fort. Dabei gilt es auch, vor Mojinete einen ein Meter tiefen Fluss zu durchqueren.
Ein weiterer Höhepunkt unseres Karnevals ist der “martes de ch’alla”. An diesem Dienstag wird der Besitz begossen, in der Hoffnung, dass er sich vermehrt.
Karneval in Bolivien hat viel mit dem Kult um die “Pachamama”, die Mutter Erde, zu tun.
Ja, und das Ganze ist umrahmt von viel Regen mit deftigen Blitzeinschlägen. Wenn es zu donnern beginnt, müssen immer schnell die diversen Antennenstecker gezogen werden: vom FM-Pfarr-Radio Sender, dem einfachen TV-Sender sowie dem Beam, die Funkantenne also.

Karnevalssonntag im Pfarrgarten
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