Nach viel Regen mit heftigen Gewittern, dabei ein “sauberer” Blitzeinschlag in den geerdeten Antennenturm (Beam), scheint heute zunächst die Sonne, bei 23 Grad in meinem Arbeitszimmer; also bei weitem angenehmere Temperaturen als in “Old Europe”. Apropos arbeiten: jetzt kurz vor Mittag sind José, ein angehender Zahnarzt aus Uyuni, und Huguito, ein 15-jähriger Junge, am Kochen. Wie immer gibt es zu Mittag eine Gemüsesuppe. Im hinteren Pfarrhof häufen ein weiterer José, mit Spitznamen “Papucho”, und der Miki Steine. Dem Miki hat der angehende Zahnarzt gestern einen Zahn gezogen. José ist also nicht nur Koch. Die beiden Josés kenne ich, nebenbei bemerkt, aus meinen Jahren in der Pfarrei Llica. Ja, und 4 Männer arbeiten an den Stützmauern der Pfarrkirche. Ich bin heute Morgen mit “Public Relations” und dem Drucken von Zertifikaten der Erstkommunion beschäftigt. Weitere “Highlights” im Dorfleben: heute Abend fahren zwei “Turneros”, also Lastwagen, nach Tupiza. Auf diesen reisen unsere Leut’. Und wenn’s Wetter mitmacht, findet in der Pfarrkirche heute auch eine Abendmesse statt. Blitzeinschläge in näherer Umgebung zur Kirche machen sich unangenehm in den Lautsprecherboxen bemerkbar.
An Dienstagen und Freitagen huldigen die Mineros normalerweise den “Tio”, also dem Minengeist, und man sagt, die Dienstage seien auch der Tag der Hexen. Ja, und dann freuen wir uns, wenn kommende Woche die Lehrerschaft nach Esmoraca zurückkommt, allerdings noch ohne die Direktoren. Deren “Erwählung” und Ernennung wird noch dauern.

























